Pressespiegel

 
Samstag, 13. August 2011
(Sächsische Zeitung)

Nachrichten

Jugendfeuerwehrlager im Querxenland Seifhennersdorf

In der letzten Ferienwoche sind im Querxenland Seifhennersdorf rund 350 Nachwuchsfeuerwehrkinder zu Gast. Sie kommen aus ganz Sachsen sowie aus Tschechien, um sich untereinander kennenzulernen. Wolfgang Lehmann von der Leitung der Landesjugendfeuerwehr hat dieses Lager organisiert. Seinen Angaben zufolge können sich die Kinder auf ein vielfältiges Programm mit Campralley, Floßbau, Nonsensolympiade und vielem anderen freuen. (es)
 

 

Freitag, 19. August 2011
(Sächsische Zeitung)
SEIFHENNERSDORF

Feuerwehr-Nachwuchs fährt Floß

Von Katja Zimmermann

Der Floßbau der Jugendfeuerwehren in den Silberteichen Seifhennersdorf war keine trockenen Angelegenheit, sehr zum Gaudi der beteiligten Mannschaften. Fotos: Mario Heinke (2)

Seine Arme sind mit Schlamm beschmiert. Seine nackte Brust ist mit Schlamm beschmiert. Sein Gesicht ist mit Schlamm beschmiert. „Echter Schlamm aus dem Gondelteich“, sagt der zwölfjährige Max und grinst aus seinem dunklen Gesicht. Er wird gleich für die Jugendfeuerwehr von Radeberg den Kapitänssitz auf deren selbst gebautem Floß einnehmen. Die Jury bewertet bei der Übung nicht nur Schwimmfähigkeit, Teamgeist und Ausführung, sondern auch Kreativität. Deswegen haben er und seine Freunde auf die Floßfahne „Schwimmende Toleranz“ geschrieben. Max selbst spielt im Team den Dunkelhäutigen, der nicht ausgegrenzt werden darf.

Ein paar Meter weiter, am Naturteich des Seifhennersdorfer Silberteich-Areals, bemühen sich am Dienstagvormittag die Kameraden der Grumbacher Jugendfeuerwehr, einen schwimmbaren Unterbau aus der vorgeschriebenen Anzahl von Rundhölzern, Latten und Stricken zu bauen. Gegenüber der Radeberger Truppe, die auf viele Querhölzer setzt, binden die Erzgebirgler je drei Stämme als „Achsen“ zusammen. Ohne, dass es die Jugendlichen hören können, murmelt Andreas Huhn (53), der stellvertretende Landesfeuerwehrjugendleiter: „Das schwimmt wahrscheinlich besser. Je besser der Unterbau, umso besser.“ Aber das verrate er natürlich nicht vorher.

Die beiden Teams gehören zu den 26 Jugendfeuerwehrgruppen, die eine Woche im Kinder- und Erholungszentrum (KiEZ) Querxenland die sechste Internationale Jugendwoche der Jugendfeuerwehr Sachsen bei Spiel, Sport und Spaß verbringen. Auch tschechische Feuerwehrjugend aus Hrádek (Grottau) und dessen Ortsteil Dolní Sedlo (Spittelgrund) ist dabei. „Wir sind die Mondputzer und stolz auf den Namen“, erklärt der 16-jährige Alexander „Aggie“ von der Grumbacher Feuerwehr. Die Bezeichnung würde auf eine Sage zurückgehen, die Kameraden als „ehrliche Leute“ ausweist. Im Erzgebirge habe jede Feuerwehr einen Spitznamen, die Kameraden der Nachbarstadt würden „Fleckfresser“ heißen.

Sagt es und zieht den Strick am Floß noch etwas fester an. Als das Floß mit den leichtesten der Grumbacher, Max (10) und Andreas (13), an Bord zu Wasser gelassen wird, nickt Gerätewart Thomas Meyer (38) und sagt anerkennend zur Schwimmfähigkeit: „Ganz gut. Dafür, dass wir aus dem Gebirge kommen und keine Bootsbauer sind...“ Die Jury verrät die Punktezahl noch nicht, das wird abends mit Urkunden gemacht.

Spannendes Nachtgeländespiel

„Das spannendste bis jetzt war das Geocashing am Abend“, meint Paul von den Grumbachern. Das ist eine Art Geländespiel, bei dem mit GPS-Empfängern ein Schatz – hier Plüschquerxe – gefunden werden muss. „Zwei wollten uns dabei erschrecken, haben aber die falsche Gruppe erwischt“, sagt Paul und grinst. Wie viele der insgesamt 65 Mädels und 265 Jungs, die an dem Feuerwehrlager teilnehmen, wollte er sich am gestrigen Donnerstag am Abzeichen Flammstufe eins versuchen. Die Stufe zwei können nur die ablegen, die schon mindestens ein Jahr lang die Stufe eins haben. Paul selbst ist gerade mal zwei Jahre bei der Feuerwehr.

Die Jugendwehr von Priestewitz (Landkreis Meißen) ist noch nicht dran mit dem Floßbau. Sie tobt bei strahlendem Sonnenschein auf dem „Schwimmtrampolin“, der Gummiinsel im Silberteich. „Schön ist es hier“, stellt deren Jugendfeuerwehrwart Werner Baehring (60) fest, der sich am Teichrand die Sonne auf den Bauch scheinen lässt. Er kennt das Querxenland noch von 1963, als er als Schüler im Pionierlager Rosa Luxemburg war. Alle Beteiligten des diesjährigen Jugendlagers freuen sich über die große Unterstützung durch die Seifhennersdorfer Feuerwehr, das KiEZ und die Stadt, die den Teilnehmern den Silberteich kostenlos zur Verfügung stellt. „Die Eltern wissen immer, wie es ihren Kindern geht“, fügt Andreas Huhn hinzu. Immerhin wird jeden Tag alles auf die Internetportale Facebook und Twitter gestellt. Zum Beispiel auch die Nonsens-Olympiade vom Mittwoch oder das Neptunfest, das heute stattfindet. Das Landeslager findet nur alle vier Jahre statt, diesmal ist es an den Ausgangspunkt in Seifhennersdorf zurückgekehrt. Jeder Jugendliche bezahlt nur 75 Euro, der Rest wird mit Fördermitteln des Innenministeriums beglichen.

Am Gondelteich steht am Dienstag ein selbst gebauter „Rollstuhl“ aus Pappe. Der gehört zur kreativen Gestaltung des Toleranz-Floßes der Radeberger Truppe dazu, wird aber natürlich nicht zu Wasser gelassen. Mittlerweile ist die Besatzung, Max und Laureen (8), auch schon wieder mit großem Jubel an Land empfangen worden. „Eine Bootsfahrt, die ist lustig“, wird ihnen begeistert entgegen gesungen. „Das Floß hat nur etwas hin und her geschwankt“, sagt Max begeistert und noch ziemlich trockenen Fußes.

Das Bad ist noch bis voraussichtlich 4. September täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet.